Pressebericht “Landespflegetag 2012″ in Stuttgart

Mai 14th, 2012  / Author: David Jans

Frau Prof. Barbara Klein der Fachhochschule Frankfurt und "PARO", der Robbenroboter

 

Prof. Dr. Ulrike Höhmann der evangelischen Hochschule Darmstadt bei ihrem Vortrag

 

Katrin Altpeter, Ministerin für Arbeit und Sozialordnung

 

v.l.n.r. Susanne Swierkot, Steven Kouria, Jessica Kunz und Natalie Mantai von der Live act Akademie bei ihrer Performance

 

„An allen Ecken und Enden fehlen Menschen“

 

Am 9. Mai fand in Stuttgart der Landespflegetag 2012 statt. Das diesjährige Motto: „Pflege übernimmt Verantwortung – vom Wissen zum Handeln“. Mit von der Partie war auch Sozialministerin Katrin Altpeter. Ein Bericht von Leonie Bredl

 

Schon bei den Grußworten der Ministerin ist deutlich zu spüren, was die etwa 150 Teilnehmer der Veranstaltung beschäftigt: Der Mangel an Pflegepersonal und Nachwuchs. Altpeter kündigt eine Werbekampagne an, durch die die Wertigkeit der Pflege hervorgehoben und die Attraktivität dieses Berufs gesteigert werden soll. Pflege soll dargestellt werden als das, was es ist: ein „sehr wertvoller Dienst, der aber auch seine Belastungen hat.“

Welche Belastungen das sind, darüber muss den Teilnehmern des Landespflegetags nicht mehr viel erzählt werden. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Pflegeberufen und wissen, wovon sie sprechen. Veranstalter ist der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe, kurz DBfK, der den Landespflegetag 2011 nach einer langen Pause reanimiert hat. Nun soll er jedoch wieder jährlich stattfinden. Altpeter, die schon wieder auf dem Sprung in den Landtag ist, verspricht nächstes Jahr länger anwesend sein zu können. Denn schließlich schade ab und zu „ein inhaltlicher Input einer Ministerin auch nichts“.

Der Landespflegetag dient zur Fortbildung genauso wie zum Austausch unter Kollegen und zur gemeinsamen Zielsetzung. Es sei wichtig auf das Thema Pflege aufmerksam zu machen und selbstbewusst aufzutreten, meint Andrea Kiefer, Vorsitzende des DBfK Südwest. „Denn ohne uns würden in vielen Bereichen die Räder stillstehen.“ Sie und Uwe Seibel, der Geschäftsführer des DBfK Südwest, geben während der Veranstaltung einen Überblick über die aktuelle Berufspolitik. Daneben stehen noch 5 weitere Referenten auf dem Programm. Damit das Wissen jedoch nicht nur trocken und sachlich erklärt wird, wurde die Live act Akademie der Schauspielkunst engagiert, um die Thematik künstlerisch aufzuarbeiten. Dies geschieht auf sehr emotionaler Ebene. Die Schüler der Live act greifen die Themen der Vorträge ernst und doch spielerisch auf und schaffen es mit kurzen Szenen, Gedichten und Filmclips den Kern der Sache genau zu treffen.

Schwerpunkt des Landespflegetags ist vor allem die technische Erleichterung der Arbeit. In den Vorträgen geht es um den Zwiespalt zwischen Forschung und Praxis, um Mobilität bei Menschen mit Demenz, um das „Ambient Assisted Living“ und Roboter. Letzteres bietet einiges an Gesprächsstoff: Welche Roboter sind bereits auf dem Markt, in welchen Bereichen können sie von Nutzen sein – und wie werden sie eingesetzt? Der Robbenroboter PARO wird vorgestellt. Dieser interaktive, verspielte Roboter aus Japan in Form einer kleinen Robbe mit Kulleraugen reagiert auf Interaktion und stößt wohlige oder ärgerliche Laute aus. PARO wird bereits in verschiedenen Pflegeheimen eingesetzt und erzielt vor allem Erfolge bei kognitiv eingeschränkten Patienten, wie z.B. Menschen mit Demenz.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob Roboter in Zukunft jegliches Pflegepersonal ersetzen werden. Nicht nur der Referent Tobias Bachhausen, sondern auch Stimmen aus dem Publikum stellen klar, dass PARO  sowie andere Roboter als Ergänzung und niemals als Ersatz gelten sollten. Sie seien lediglich dazu da, den Arbeitsalltag zu erleichtern und Pflegepersonal somit mehr Freiraum für zwischenmenschliche Kontakte zu schaffen.

Der Standpunkt der Teilnehmer ist deutlich: „Viele alte Menschen leben alleine, das ist einfach so. Und wir haben nicht genügend Ressourcen zur Verfügung um das zu ändern.“  Eine Teilnehmerin geht sogar so weit zu sagen: „Die Gefahr, dass wir von Robotern verdrängt werden, besteht gar nicht. Wir werden gar nicht genügend sein, die verdrängt werden können.“

Dies gibt alles Anstoß zum Nachdenken. Eva Trede-Kretzschmar, Leiterin des Richard-Bürger-Heims in Stuttgart ruft dazu auf, sich vor allem in den Pflegeberufen intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Zwar wurden im Laufe des Tages viele Erkenntnisse gewonnen, doch nun gilt: „Vom Wissen zum Handeln.“

Bevor die Veranstaltung mit einer sehr bewegenden Darstellung von Petrus Ceelens Gedicht „Ein Geschenk des Himmels“ endet, wird die Arbeit der Schüler der Live act Akademie von den Referenten gelobt. Die intensive Auseinandersetzung der jungen Menschen, die nicht tagtäglich mit diesen Themen konfrontiert werden, hat alle im Saal tief berührt und den Landespflegetag nicht nur zu einem informativen, sondern vor allem abgerundeten und bewegenden Ereignis werden lassen. Denn schließlich ist Pflege niemals nur Fachwissen. Vor allem ist Pflege Menschlichkeit.

 

Leonie Bredl

(Jugendpresse Deutschland)


 

Kreatives Schreiben – “Der erste Frühling”

April 29th, 2012  / Author: David Jans

 

Vorsichtig guckte zuerst eine Nase und dann das komplette kleine Köpfchen aus der Öffnung. Emil, das kleine Eichhörnchen, wagte sich langsam aus seinem sicheren Winterversteck. Viele Monate hatte es nun geschlafen, sicher und warm war es gewesen an dem Schlafplatz, aber nun war Emil aufgewacht und neugierig, ob der Frühling schon da war. Vor allem war er neugierig darauf, was denn Frühling überhaupt war. Er hatte schon so viel von seinen Eltern davon gehört, aber erlebt hatte er selbst noch keinen, denn er war erst im letzten Jahr zur Welt gekommen, und da war der Frühling schon vorbei gewesen.

Doch beim Gedanken an seine Eltern machte sich Sorge in Emil breit. Auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz im letzten Jahr waren sie und er von einem plötzlichen Schneesturm überrascht worden. Das kleine Eichhörnchen konnte sich gerade noch in sein Versteck retten und hatte erwartet, dass seine Eltern ihm folgen würden – doch das war nicht geschehen. Stundenlang hatte Emil nach ihnen gerufen, und als der Schneesturm vorbei gewesen war hatte er sich sogar in die weiße und kalte Landschaft hinausgetraut, um sie zu suchen. Vergeblich. Traurig hatte er sich den Weg zurück ins Versteck gebahnt und dort gewartet. Und gewartet, und gewartet – solange, bis er eingeschlafen war. Lange Zeit hatte er an diesem Ort ausgeharrt, bis heute der erste richtig warme Sonnenstrahl zu ihm durchgedrungen war, und jetzt hatte er beschlossen, mal nach draußen zu sehen.

Emil wurde nicht enttäuscht. Der Schnee war weg und die Natur begann langsam, wieder grün zu werden. Im Gras entdeckte er ein paar Blumen, die gerade dabei waren, ihre Blüten zu entfalten. Auch davon hatten seine Eltern ihm erzählt, „Frühlingsankündiger“ hatten sie die ersten Blumen im Jahr liebevoll genannt. Langsam krabbelte Emil aus dem Versteck und reckte und streckte sich. Dann wagte er ein paar Schritte auf den nahe gelegenen Weg zu.

Die ersten paar Monate seines Lebens hatte er in einem Stadtpark verbracht. Dort wohnten seine Eltern auf einer riesengroßen Eiche, und dort wohnte nun auch er. Der Park war ebenfalls sehr groß, und im Sommer bewohnt von zahlreichen anderen Tieren, vor allem von Vögeln. Die waren jedoch gegen Ende des Sommers zum Großteil weggeflogen. Emil war damals sehr traurig gewesen, denn er hatte gerne mit ihnen Fangen gespielt auf den vielen Bäumen, die es hier gab. Doch seine Eltern hatten ihm erklärt, dass sie alle im Frühling wieder zurückkehren würden. Und dann kam der Schneesturm.

„Ich muss meine Eltern suchen. Sie sind hier bestimmt irgendwo!“, sagte sich Emil und bewegte sich langsam am Rande des Kiesweges fort. Es war immer noch sehr ruhig, es waren kaum Menschen unterwegs. Emil fand das sehr komisch, aber es störte ihn nicht, im Gegenteil. Menschen waren manchmal unberechenbar; sie warfen einem Nüsse zu oder rannten einem hinterher und versuchten, Fangen zu spielen…dabei waren sie doch viel größer als Eichhörnchen oder Vögel, das war doch überhaupt nicht fair!

Vorsichtig erkundete Emil die gerade erwachende Natur. Er entdeckte noch mehr Blumen, die er nicht kannte, und schnupperte daran, doch die meisten hatten ihre Blüten noch geschlossen. Plötzlich hörte er über sich ein Quieken. Da saß ein grauer Vogel auf einem der Äste über ihm und trällerte ein fröhliches Lied.

„Hallo, du da!“, rief Emil. „Hast du vielleicht meine Eltern gesehen?“
Der Vogel schaute erstaunt auf den Besucher am unteren Ende des Baumes. „Was machst du denn hier? Ist es nicht noch viel zu früh im Jahr für ein Eichhörnchen, um in der Welt umher zu spazieren?“

Emil schaute auf den Boden. „Ich weiß es nicht.“, murmelte er, „Das ist mein erster Frühling, und ich habe letztes Jahr auf der Suche nach einem Schlafplatz meine Eltern verloren. Ich will sie jetzt
suchen!“
„Oje, armes Ding, du musst aber sehr vorsichtig sein. In dieser Zeit des Jahres kann es oft noch einmal schneien. Nicht, dass du noch erfrierst!“
„Aber warum bist du denn schon wach?“
„Ich bin eine Taube, “ erwiderte der Vogel, „ich schlafe nicht im Winter. Ich ziehe mich in Bahnhöfe zurück oder in irgendwelche anderen offenen Gebäude. Da ist nicht ganz so kalt wie hier. Aber wenn du willst, helfe ich dir bei der Suche nach deinen Eltern. Ich bin schon eine Weile hier, ich weiß, wo sich Eichhörnchen im Winter gern verstecken.“ Die Taube breitete ihre Flügel aus und segelte langsam und elegant zu Emil hinunter.

Und die beiden machten sich gemeinsam auf den Weg, Emils Eltern zu finden. Sie begegneten noch vielen anderen „Frühlingsankündigern“ und auch anderen kleinen Tieren, die langsam wieder rege wurden.
Plötzlich blieb Tina, so hieß die Taube, stehen und flüsterte Emil zu: „Schau, da vorne: ein weiteres Zeichen dafür, dass Frühling ist – oder zumindest, dass er bald kommt.“ Sie deutete mit einem ihrer Flügel nach vorne zu einer Bank, auf der zwei junge Menschen saßen, eine Frau und ein Mann. Der Mann hatte einen Arm um die Schultern der Frau gelegt und seinen Kopf an ihren. Die beiden sprachen kein Wort, die Frau hatte ihre Augen geschlossen. Emil schaute fasziniert zu ihnen. Sie sahen sehr glücklich und zufrieden aus.

Die Taube flüsterte weiter: „Wenn es Frühling wird, sind die Menschen glücklicher. Der kalte Winter ist vorbei, es wird wärmer, es gibt mehr Sonnenlicht. Die Menschen genießen es, wieder mehr an der frischen Luft zu sein, und man sagt, sie verlieben sich auch schneller im Frühling.“ Sie zwinkerte.
Tina und Emil standen noch eine Weile da und beobachteten das junge Paar. Dann, nach einer Weile, meinte Tina: „Nun komm, lass uns weitergehen. Wir müssen deine Eltern finden.“
Emil nickte, und die beiden machten sich wieder auf den Weg.

Kahle Bäume, Gras und langsam aus dem Boden hervorkriechende Insekten kreuzten ihren Weg. Emil konnte sich gar nicht satt sehen an all dem, was für ihn nun eine Bedeutung hatte: Frühling. Wäre er nicht auf der Suche nach seinen Eltern gewesen, könnte er sich hier,  in dieser neuen (und doch bekannten) Landschaft völlig in Gedanken und Staunen verlieren. Immer wieder blieb er stehen und beobachtete eine sich gerade öffnende Blume, einen kleinen Käfer, der sich aus der noch kalten Erde kämpfte, eine Raupe, die sich langsam mit ihren vielen dünnen Beinchen fortbewegte und nach einer Weile sah er sogar einen kleinen Spatz auf einem Ast sitzen.

„Er ist aber auch früh, oder?“, fragte Emil seine Begleiterin. Tina nickte. „Langsam kommen sie alle wieder zurück…“ Dann blieb sie wieder stehen.
„Da vorne, siehst du den Baum mit dem großen Loch dort oben?“ Emil sah es.
„Da könnten deine Eltern sich versteckt haben. Schau doch mal nach. Ich warte hier.“

Langsam, einen Fuß vor den anderen setzend, tapste Emil auf den großen, alten Baum zu. Dann kletterte er geschickt nach oben, bis zu dem Loch, das Tina ihm gezeigt hatte. Er lugte hinein – und strahlte. Dort lagen seine Eltern, dick eingekuschelt in ein Nest aus Blättern und Ästchen und schliefen. Er kletterte in die kleine Baumhöhle, drehte sich zu Tina um, winkte ihr zu und legte sich zu seinen Eltern ins Nest. Er freute sich, dass er sie endlich wieder gefunden hatte. Und wenn sie aufwachten, würde er ihnen alles erzählen – von der Zeit in seinem Winterversteck, von Tina und von seinen ersten Frühlingserfahrungen. Zuvor wollte er sich aber noch einmal ausruhen.

Doch lange würde er nicht schlafen – der Frühling war immerhin schon unterwegs in die Natur.

 

Jessica Maria Kunz

 

(alle Rechte beim Autor)


Kreatives Schreiben – “Traumbild”

April 6th, 2012  / Author: David Jans

 

Ein schneeweißer Berg,

am Fuß ein plätschernder Bach,

dahinter ein wunderschöner Kirschbaum,

eine grüne Wiese mit Kirschblättern im Wind,

eine ruhige Melodie,

die Sonne taucht alles in zartes Rot.

 

Ein Anblick den man nie vergisst,

ein Augenblick der Ruhe und des Verständnisses,

mit angehaltenem Atem steht man da,

aus Angst das Bild erlischt,

eine uralte Magie,

die einem ein Lächeln schenkt.

 

Und wenn einem die Welt aus den Fugen gerät,

träumt man zurück an dieses Glück,

nur ein Gedanke und das Herz erstrahlt,

und die Seele bebt vor Liebe,

ein Gefühl von Wahrheit erhellt die Welt.

 

Sara G.

 

(alle Rechte beim Autor)


Tag der offenen Tür bei Ray Lynch

April 2nd, 2012  / Author: David Jans

 

I smile, even though I hurt see I smile,
I know God is working so I smile,
Even though I’ve been here for a while
I smile, smile…

Wer letztes Jahr im Juli bei „Salsa meets Tap“ in Esslingen war, wird sich an diesen Song von Kirk Franklin noch erinnern. Es war der letzte Song, den Ray Lynch im Scala gesungen hat, bevor er das ehemalige Kino wegen eines Pächterwechsels nicht mehr nutzen durfte. Und fast ein Dreivierteljahr später ist es der erste Song, den Ray Lynch wieder in den Räumen performen kann.

 

Am 4. März 2012 eröffnet er damit nämlich seinen „Tag der offenen Tür“. Und es ist nicht nur irgendein Tag der offenen Tür: Es ist eine Feier. Gefeiert wird der Wiedereinzug ins Scala. Deshalb ist es nicht nur eine Gelegenheit für neue Gesichter, einen Einblick in den Unterricht zu bekommen, sondern auch eine Gelegenheit für alte Gesichter sich in der alten Heimat wieder zu sehen.
Nach einer charmanten Begrüßung wird wieder so einiges geboten. Eröffnet wird das Programm mit einer Vorführung der Steptanzschüler. Danach kommt der erste Schnupperkurs: Steptanz Anfänger. Das Publikum wird dazu auf die Bühne gebeten. Doch dieses ist ein wenig schüchtern und so zeigt Ray Lynch die ersten Schritte kurzerhand im Sitzen. Nachdem die Zuschauer diese erste Kombination aus Stamps und Claps gut überstanden haben, kommen dann doch über die Hälfte auf der Bühne zusammen um noch ein wenig mehr auszuprobieren.
Es folgen drei Filmausschnitte von Steptänzern, die man dann doch nicht mehr zu den Anfängern zählen kann: Sammy Davis, jr., Savion Glover und Gregory Hines. Und schließlich legt die „Brooklyn Tap Gang“ einen glamourösen Auftritt hin.
Nach dem Schnupperkurs Jazz und einem Auftritt des Jazzkurses verkündet Ray Lynch schelmisch, er mache jetzt erst einmal eine kleine Pause, das Publikum könne sich gerne so lange draußen ein Stück Kuchen oder etwas zu trinken holen.

 

Natürlich werden auch noch Filmausschnitte zum Jazz Dance gezeigt. Vorgestellt wird das Alvin Ailey American Dance Theater; die erste Dance Company für schwarze Tänzer.
Danach geht es wieder über zum Steptanz. Die „Brooklyn Tap Gang“ tanzt eine stimmungsvolle Nummer zu „Yesterday“ (wieder performed von Ray Lynch), die spürbar die Melancholie aus den Ecken des Kinosaals lockt.
Fehlt nur noch der Schnupperkurs für die Fortgeschrittenen. Auffallend schnell füllt sich dieses Mal die Bühne und was folgt macht Spaß, sowohl den Tänzern als auch den Zuschauern.

 

Zum Abschluss zeigt die Brooklyn Tap Gang erstmalig ihre neue Nummer „Jericho“ und wird vom Publikum mit jeder Menge Beifall belohnt. Dann ergreift Ray Lynch noch einmal das Wort. An dieser Stelle wird deutlich, wie sehr ihn dieser Nachmittag bewegt. Er bedankt sich bei allen Beteiligten, die teilweise kurzfristig eingesprungen sind um zu helfen. Am meisten aber berührt es ihn, dass so viele Leute, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat, gekommen sind um diesen Moment mit ihm zu teilen.
Einer von ihnen ist Igor Dier, zweiter und früher erster Vorsitzender von German Tap. Ray erklärt den Zuschauern, was German Tap ist und was der Verein alles möglich macht. Einige große und spannende Projekte sind in Planung und alle Steptanzfans sind natürlich jederzeit willkommen.
Mit einer ganz besonderen Ankündigung versetzt Ray den Saal in Erstaunen: Die Brooklyn Tap Gang hat dieses Jahr die Ehre, dem 70. Geburtstag des Dalai Lama beiwohnen zu dürfen und vor ihm zu tanzen. Bringing tap-dance to India!
Nach der Verabschiedung ist der Tag der offenen Tür dann zu Ende. Nun ja, eigentlich ist es kein Ende. Es ist ein Anfang. Der Neuanfang für Ray und seine Tanzschüler im alten Zuhause, dem Scala in Esslingen. Und hoffentlich auch der Anfang für viele neue Steptanzfans!

 

 

Leonie Bredl

 

Kreatives Schreiben – “Faszination ICH” (4. Kapitel)

März 19th, 2012  / Author: David Jans

 

Viertes Kapitel. Jetzt fangen wir aber wirklich mal an.

Bisher haben Sie, finde ich, recht wenig über mein tatsächliches Ich erfahren, eindeutig zu wenig für Sie und auch für mich, eine wahre Faszination darin zu entdecken. Ich hoffe doch sehr, dass es eine solche auch tatsächlich gibt – sonst wäre diese ganze Schreiberei hier ja umsonst.

Ich habe die Arbeit hier nahezu acht Monate schleifen lassen. Ich könnte das auf den Schulstress und meinen generellen Zeitmangel schieben, es wäre nicht einmal eine Lüge. Aber ein wichtiger Grund, der noch dazu kommt, ist, dass ich dieses Dokument hier schlicht und ergreifend vergessen habe. Und jetzt gerade, beim Stöbern in meinen Dateien habe ich es wieder entdeckt und bin – kleines Eigenlob am Rande – schwer begeistert davon.

Aber um nicht wieder so weit abzuschweifen, werde ich mit der schwierigen Analyse beginnen…

So.

Nun.

Also.

Naja…irgendwie ist es schwerer als gedacht, sich selbst zu analysieren… Mit was fange ich an?
Kleine Vorstellung meines Charakters? Meine Hobbies? Beruf? Optik? Sind Äußerlichkeiten tatsächlich interessant für Sie? Oder für den Verlauf dieser Analyse? Den Verlauf der Geschichte? Ist der Begriff „Geschichte“ überhaupt passend für dieses Schriftstück? Es gibt ja eigentlich keinen zusammenhängenden Handlungsstrang.
Es ist wirklich nicht sehr leicht…

Ich befürchte, wenn ich so weitermache, drehe ich mich ungefähr 20 Kapitel lang im Kreis um dann zu einem für Sie und vor allem auch für mich nicht zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Ich werde also nun meine „Art zu schreiben“ ein wenig optimieren müssen. Jedes Kapitel wird (wie eigentlich anfangs schon angekündigt) unter einem gewissen Schlagwort stehen, das ich zunächst erläutern und dann einen Bezug zu mir selbst und meinem ICH herstellen werde.
Ich hoffe, dass ich durch dieses, nun ja, eigentliche Einschränken meiner Kreativität und Freiheit hierbei dennoch ein Resultat erreichen werde, welches mich nicht enttäuscht und genug über mich erzählt – was ja eigentlich auch der ursprüngliche Plan war. Okay. Lange Rede, kurzer Sinn: Finde die Schlagwörter.

 

Mia Barth

 

(alle Rechte beim Autor)


 

Kurzgeschichte – “Der Kaugummi”

März 18th, 2012  / Author: David Jans

 

Am Rande der Stadt sollte ein neues Industriegebiet gebaut werden. Stolz setzte der Bürgermeister den ersten Spatenstich. Nur wenige Tage später begann man damit, eine Straße zu teeren.
Ein gewöhnlicher Mann kam nun daher um dem Treiben ein wenig zuzuschauen. Was waren das für Maschinen! Und wie die Arbeiter fleißig herumwuselten mit ihren orangefarbenen Helmen!
Als unser Mann da so stand, so dachte er sich nicht viel und spuckte seinen fad gewordenen Kaugummi ins Gras. Im gleichen Moment fuhr ein Arbeiter auf einer Walze vorbei, der sah das und schrie ihn an: „Was fällt dir ein, du Lümmel, deinen Kaugummi einfach so in die Natur zu spucken! Weißt du nicht, dass das Umweltverschmutzung ist?!“
Ganz verdutzt stand unser Mann da, öffnete ein paar Mal den Mund, nur um ihn wieder zu schließen. Endlich brachte er hervor: „Ihr baut ein neues Industriegebiet und ausgerechnet du hältst mir vor, die Umwelt zu verschmutzen?“
Einen Moment sah der Arbeiter ihn an. Dann wurde er so zornig, dass er von der Walze herunterstieg und den Mann am Schlafittchen packte. „Was glaubst du eigentlich, wer du bist?“, schrie er ihn an und sein Gesicht wurde ganz rot. „Jetzt auch noch frech werden? Ja, was glaubst du denn, wer du bist!“
Auf das Geschrei wurde nun der Vorarbeiter aufmerksam und der tippte dem Wachmeister auf die Schulter, der nur einige Meter entfernt von ihm stand. Der Wachmeister ging hin zu den beiden und fragte mit strenger Stimme: „Was ist hier los?“
„Dieser Mann hat doch tatsächlich seinen Kaugummi hier in die Wiese gespuckt!“, ereiferte sich sofort der Arbeiter.
Der Wachmeister sah sich beide forschend an, senkte den Blick aufs Gras und tatsächlich: da lag das Beweisstück. Er zog ein Plastiksäckchen aus der Uniformtasche, steckte den Kaugummi vorsichtig hinein und hielt es unserem Mann vor die Nase. „Ist das Ihrer gewesen?“
„Ja“, musste der zugeben, denn schließlich stimmte es ja auch.
Der Wachmeister runzelte die Stirn, drehte ihn um und legte ihm Handschellen an. Mit wichtiger Miene zerrte er unseren zerknirschten Mann zum Streifenwagen und stieß ihn hinein.

Nur 2 Wochen später saß unser Mann vor Gericht. Er wurde verurteilt zu einem Bußgeld von 500 Mark wegen böswilliger Umweltverschmutzung.
Und was tat er da? Er zahlte.

 

Leonie Bredl

 

(alle Rechte beim Autor)

Fantasy – “Die letzte Waldwandlerin” (Teil 3)

März 12th, 2012  / Author: David Jans

 

Auch wenn es mich wunderte ging ich meiner daraus entstandenen Neugier nicht nach und lauschte weiter auf das Geräusch des Wassers. Ich hörte eine leise vor sich hin plätschernde Wasserquelle, sie war im tieferen Teil des Waldes.

Ich genoss es durch den Wald zu laufen und begann vor mich hin zu singen. Die Bäume freuten sich über mein Lied und begannen im Einklang mit der Melodie zu rauschen. Bald schon kamen auch die Tiere aus ihrem Versteck und lauschten oder gesellten sich zu mir. Als ich die Quelle erreichte merkte ich, dass ich bevor ich von Mutter gerettet worden war, schon einmal hier gewesen war. Damals hatte ich mich hier an der Spiegelung des Wassers erfreut und immer voller Spannung auf den Sonnenuntergang gewartet, da sobald die Sonne sich rot färbte die Spiegelung sich an den seltenen Steinen der Quelle reflektierten und so die ganze Lichtung in Regenbogenfarben tauchte. Sie war noch genau wie ich sie in Erinnerung hatte. In einem kleinen Hang auf dem man hinauf laufen konnte, hatten sich die Steine so verschoben das sich inmitten zweier großer Steine ein Riss gebildet hatte, woraus ein Strahl Wasser kam. Um den Strahl herum war ein weites rundes Becken entstanden, welches nun so groß war, das man ohne Probleme darin baden konnte. Ich zog die Sachen, welche ich mir aus Pflanzen gesungen hatte aus und nahm meine Magie von ihnen, denn sie waren durch die lange Zeit unter der Erde  unbrauchbar geworden. Sie zerfielen und ich entschied mir neue zu machen. Ich ging auf das Becken zu und langsam ins Wasser. Noch war das Wasser angenehm warm, aber ich wusste gegen Abend würde es eher einer heißen Quelle ähneln. Ein paar der Tiere, die mir beim Herlaufen zugehört hatten, setzten sich an den Rand des Beckens und schauten mir neugierig zu. Mir ging das Wasser der Quelle  nur bis zur Hüfte wenn ich stand, daher legte ich mich auf den Rücken und ließ mich eine Zeit lang treiben. Ich versuchte meine Haut und vor allem die Haare zu reinigen, aber bald schon war mir klar, dass das nichts ohne Seifenkraut werden würde. Ich schwamm zu einem Hasen hinüber. „Würdest du mir vielleicht einen Gefallen tun und mir etwas Seifenkraut bringen?“ bat ich ihn und wandte mich an alle Tiere: „Ich bräuchte auch noch einen Kamm, es muss kein richtiger sein, es reicht auch etwas, das sich dazu eignet. Würdet ihr mir vielleicht einen suchen? Ihr kennt euch im Wald doch viel besser aus als ich, ich wäre euch echt dankbar.“ Ein junger Vogel und ein kleiner Waschbär gingen los und auch der Hase machte sich auf den Weg um mir meinen Wunsch zu erfüllen…

 

Sara G.

 

(alle Rechte beim Autor)


 

Kreatives Schreiben – “Erwachen”

März 10th, 2012  / Author: David Jans

 

Es ist noch immer kalt
doch die Sonne traut sich langsam heraus.
Die Menschen gehen häufiger aus dem Haus
und kommen auch zu mir in den Wald.
Noch verstecke ich mich;
nicht mehr lange, sicherlich.

Denn wenn die Natur langsam zum Leben erwacht,
wenn die Vögel zu singen beginnen
und die dunklen Stunden immer schneller verrinnen,
dann öffnet sich mein Häubchen ganz sacht.
Ich beginne, in die Welt hinauszuschauen
und vorsichtig meine Schönheit aufzubauen.

So erwache ich aus meinem Winterschlaf,
taste mich wieder ins Leben zurück,
bereite den Menschen Freude und Glück.
Die gesamte Natur wird nun mit mir wach,
und hofft, dass auch euch meine Blüte gefällt -
denn jetzt hält der Frühling Einzug in die Welt.

 

Jessica Kunz

 

(alle Rechte beim Autor)

 

Fantasy – “Die letzte Waldwandlerin” (Teil 2)

März 9th, 2012  / Author: David Jans

 

Ich spürte wie mit der Zeit die unendliche Energie des Lebens, die sie durchströmte, abnahm. Ich konnte mir nicht erklären was der Grund dafür war und sobald ich fragte meinte sie nur: „Mach dir keine Sorgen mein Kind, noch bin ich mächtig“.

Sie zog sich immer mehr aus meinem Geiste zurück und die Welt die sie in meinem Geiste erschaffen hatte begann zu verschwimmen.

Ich wusste, dass die Zeit gekommen war sie zu verlassen und auch sie spürte, dass die Zeit gekommen war mich der Welt zurückzugeben aus der sie mich einst genommen hatte.  Eines Abends als ich in ihrem Blätterdach saß und vor mich hin summte begann der uralte Baum mit trauriger Stimme zu sprechen: „Mein Kind, ich kann dich nicht länger in mir halten. Es wird Zeit dass du das Leben lebst für das du einst bestimmt warst. Ich werde bei dir sein und auch wenn ich dann nicht sprechen kann, wirst du mich in jedem Teil der Natur spüren können. Liebe und achte jedes Lebewesen, denn auch du bist ein Teil des Kreislaufs des Lebens.  Lebewohl, meine Tochter.“ Noch während sie sprach verschwand ihre Aura aus meinem Geiste und hinterließ ein Gefühl von Leere. Die Landschaft in meinem Geiste die von ihr erschaffen worden war, verschwand mit ihr. Mich umgab Dunkelheit. Ich spürte wie sie meinen Geist zurück in meinen Körper führte und wie sie diesen langsam aus dem Erdreich an die Oberfläche schob. Als der Körper die letzte Erdschicht durchdrang legte ihn die große Mutter vorsichtig und zärtlich auf den Boden. Sie streifte noch ein letztes Mal meinen Geist, dann war sie verschwunden als wäre sie nie da gewesen. Aber ich wusste sie würde immer bei mir sein, tief im Innern meines Herzens.

Ganz langsam, als wäre ich in Trance gewesen öffnete ich meine Augen. Vorsichtig bewegte ich meine Beine und Arme, es war ein seltsames Gefühl einen Körper zu haben. Ich blickte um mich.  So lange hatte ich nur die Erinnerungen an die Natur in meinem Geiste gesehen. Sie waren schön aber hatten doch mit der Zeit ihren wahren Glanz verloren. Ich saß in einer kleinen Lichtung im Wald. Um mich herum standen wunderschöne Bäume, sie hatten gerade erst ihre Blätter zurückbekommen. Die Sonne spiegelte sich im Tau der Bäume und im Waldboden waren die ersten Tiere unterwegs. Es war also ein schöner Frühlingsmorgen. Ich stand auf und blickte an mir herab. Die Zeit die mein Körper unter der Erde verbracht hatte, hatte im nicht geschadet, dennoch hatte ich immer noch die Gestalt eines Kindes.

Meine Fuchsohren und mein Fuchsschwanz sowie meine fellähnlichen Haare waren über und über mit Erde bedeckt, auch meine Haut war von der Erde dunkler geworden.  Ich beschloss erst einmal einen See zu suchen um mich zu reinigen. Ich stellte meine Ohren auf und lauschte in den Wald hinein. Irgendetwas kam mir anders vor, die Luft um mich herum hatte einen anderen Geruch, sie kam mir weniger rein vor. Und auch die Geräusche des Waldes hatten sich verändert, sie erinnerten nicht mehr an Freude und Leben sondern mehr an Angst und Achtsamkeit…

FORTSETZUNG FOLGT…

 

Sara G.

 

(alle Rechte beim Autor)


Kreatives Schreiben – “Sie sind weg”

März 8th, 2012  / Author: David Jans

 

Die Blätter, die sind bunt
und fallen rundherum.
Sie machen einen Teppich dort im Wald,
für Tiere jung und alt.

Oder ich täusche mich gerade,
die Blätter sind verschwunden. Schade.
Der Boden ist so grau und leer
ich denk, die kommen gar nicht mehr.

Oh rote, gelbe, braune Blätter
mit euch war ja so bunt das Wetter!
Ich muss es euch, jetzt, dringend fragen,
und ihr dürft meine Bitte nicht versagen.

Kehrt zurück, nun ist alles voller Langeweile,
kommt, bitte schnell! In fieberhafter Eile.
So schließe ich die Augen und hege die Hoffnung in mir,
dass ich sie öffne und sie sind hier

Nein… ich sehe keine Blätter auf den Wiesen
doch wunderbare Knospen sprießen.

 

Penelope Frego

 

(alle Rechte beim Autor)